Rückenschmerzen beim Autofahren oder Pendeln in der Hamburger S-Bahn lindern

Draußen vor dem Küchenfenster in Altona verblasst das Licht über den Kränen im Hafen, und drinnen pfeift der Wasserkocher. Es ist Sonntagabend, Mitte Juni 2026. Blasius, mein schwarzer Kater, hat es sich bereits auf meiner zusammengerollten Matte bequem gemacht, die wie immer zwischen dem alten Küchentisch und dem Bücherregal klemmt. Ich schlage mein Leinen-Heft auf. In der letzten Woche war es wieder da: dieses Rucken in der S3 zwischen Altona und Landungsbrücken, wenn der Zug bremst und mein unterer Rücken sich anfühlt, als würde jemand an einer zu fest gespannten Saite ziehen.

Bevor ich vergesse, es zu erwähnen: Einige Links hier sind Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich schreibe nur über das, was ich selbst mit meinem Heft und auf meiner Matte durchgearbeitet habe. Ich bin keine Physiotherapeutin oder Ärztin, sondern Buchhändlerin. Wenn dein Rücken wirklich Probleme macht, geh bitte zum Orthopäden, bevor du irgendetwas ausprobierst.

Das Pendeln in Hamburg ist für meinen Rücken seit 2022 eine Herausforderung. Nach neun Stunden in der Buchhandlung in der Großen Elbstraße – vier Tage die Woche stehe ich an der Theke, klettere auf Leitern oder sortiere Stapel im Lager – ist die Fahrt nach Hause oft die letzte Belastungsprobe. In der Rushhour steht man oft. Der Geruch von feuchter, kalter Wolle von den Mänteln der anderen Pendler in der S3 mischt sich mit dem metallischen Duft der Schienen, während man versucht, sich bei den abrupten Bewegungen der S-Bahn Hamburg und ihren 4 Hauptlinien auszubalancieren.

Das Kreuz mit dem Fahrersitz und der S-Bahn-Bank

Ich habe lange geglaubt, Sitzen sei die Lösung nach dem langen Stehen. Aber die S-Bahn-Sitze sind oft alles andere als ergonomisch, und im Auto ist es fast noch schlimmer. Letzten November, als der Hamburger Regen besonders ungemütlich war, bemerkte ich es wieder: Dieses steife Gefühl in der Lendenwirbelsäule, sobald ich aus dem Wagen stieg. Es ist eine Art bürokratischer Widerstand des eigenen Körpers. Manchmal frage ich mich, ob mein alter Germanistik-Professor meine Rückenschmerzen als kafkaesken Prozess bezeichnen würde – ein endloses Verhandeln mit einer Instanz, die man nicht ganz versteht.

Regentropfen auf einer S-Bahn-Scheibe in Hamburg mit einem Buch im Vordergrund.

Ein besonderer Moment der Erkenntnis kam mir neulich bei der Arbeit. Ein Handwerker, ein Stammkunde, der oft schwere Werkzeugkoffer in seinem Transporter mitführt, erzählte mir von seinem Leid. Er sagte, dass alle Tipps zur Sitzhaltung bei ihm versagen. Warum? Weil er alle zehn Minuten ein- und aussteigt, schwere Kisten schleppt und das einseitige Tragen jede ergonomische Einstellung des Sitzes sofort zunichtet. Das hat mich nachdenklich gemacht. Wir suchen oft nach der einen perfekten Position, aber das Leben – und besonders das Pendeln – ist ständige Bewegung und Belastung.

In meiner Wirbelsäulentherapie, die ich seit März 2024 mache, habe ich gelernt, dass es nicht um die eine Haltung geht, sondern um die innere Stabilität. Der Kurs umfasst 8 Module und über 50 Videos. Es ist kein Hexenwerk, eher eine sanfte Erinnerung an den Körper, wie er sich selbst halten kann. Wenn ich morgens meine 10 Minuten Übungen mache (manchmal auch gar nicht, wenn Blasius mich nicht lässt), merke ich den Unterschied in der S-Bahn deutlich.

Kleine Siege auf der Matte und im Stau

Anfang Februar gab es eine Woche, in der ich fast aufgegeben hätte. Der Rücken zog, die Motivation war im Keller. Ich versuchte, eine Übung aus dem dritten Modul in meinem winzigen Altbau-Bad zu machen, weil der Küchenboden nach dem Wischen noch nass war. Prompt stieß ich mit dem Ellbogen gegen den Heizkörper. Ein blauer Fleck und schlechte Laune waren das Ergebnis. Aber dann, nur zwei Tage später, passierte etwas Seltsames: Nach der dritten Wiederholung der Beckenkipp-Sequenz spürte ich ein plötzliches, warmes Pulsieren in der unteren Lendenwirbelsäule. Es war, als würde ein festgefahrener Mechanismus plötzlich wieder geölt werden.

Diese kleinen Momente sind es, die ich in mein Heft schreibe. Es geht nicht um die totale Heilung von heute auf morgen. Es geht darum, dass ich im April, an einem regnerischen Montag, nach einer langen Autofahrt zu Verwandten ausstieg und nicht wie eine alte Frau mit steifen Hüften zum Kofferraum schlich. Die Übungen haben mir eine Art inneres Korsett gegeben, das auch dann hält, wenn der Sitz im Auto mal wieder nicht perfekt eingestellt ist.

Wer sich tiefer mit der Materie beschäftigen will, findet oft, dass Yoga bei chronischen Rückenschmerzen im unteren Rücken oft nicht ausreicht, weil es manchmal zu sehr auf Dehnung statt auf die tiefe, therapeutische Stabilität setzt. Das war zumindest meine Erfahrung. Ich brauchte etwas, das den Alltag zwischen Bücherwagen und S-Bahn-Hektik abfängt.

Schwarzer Kater liegt entspannt auf einer Yoga-Matte neben einem Stapel Bücher.

Der Sonntagabend-Blick auf die Elbe

Jetzt, wo der Juniabend über Altona liegt, fühle ich mich stabil. Ich habe diese Woche sogar angefangen, nebenbei in den Kurs Verborgene Weltgeschichte reinzuhören – 120 Videos sind eine Menge Holz, aber es passt gut zu meinem Bedürfnis nach langen, erzählerischen Bögen. Es lenkt den Kopf ab, während der Körper auf der Matte arbeitet. Manchmal ist es wichtig, den Fokus vom Schmerz wegzulenken, hin zu größeren Geschichten.

Für alle, die wie ich viel unterwegs sind, ob in der S-Bahn oder im Auto: Es sind die kleinen, regelmäßigen Einheiten, die zählen. Nicht die eine Stunde Power-Gymnastik alle zwei Wochen. Die 10 Minuten am Morgen, die ich manchmal zwischen Kaffeekochen und dem ersten Blick in die Bestelllisten vom Hanser-Verlag einschiebe, sind mein Anker geworden. Es hilft auch, sich im Alltag bewusster zu bewegen, wie ich es in Bessere Haltung beim Gehen zur Entlastung der Lendenwirbelsäule notiert habe.

Mein Fazit für diesen Sonntag: Der Rücken ist kein Feind, den man besiegen muss. Er ist eher wie ein anspruchsvoller Stammkunde, der genau weiß, wann man ihm nur etwas vorgaukelt und wann man ehrlich zu ihm ist. Wenn du auch nach einem Weg suchst, die täglichen Fahrten schmerzfreier zu gestalten, kann ich dir den Einstieg über die Wirbelsäulentherapie wirklich ans Herz legen. Es ist ein ruhiger, fundierter Weg, der ohne Werbeversprechen auskommt und einfach dort ansetzt, wo wir im Alltag oft den Halt verlieren.

Blasius gähnt und macht Platz auf der Matte. Vielleicht hänge ich doch noch fünf Minuten dran, bevor ich das Heft zuklappe und mich mit einem Roman von Elizabeth Strout aufs Sofa verziehe. Bis nächsten Sonntag.

Bitte beachten: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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