
Mein unterer Rücken unterscheidet zwischen zwei Auslösern, und nur einer davon hat mit Stehen oder Sitzen zu tun. Der eine kommt vom langen Tag zwischen Kasse und Regal in der Buchhandlung. Der andere kommt, wenn ich zu lange ungefiltert an mir vorbeiziehen lasse, was draußen passiert — das ist die spirituelle Seite der Rückenschmerzen, um die es hier geht, und sie hat wenig mit Energiefeldern zu tun, eher mit der Körper-Geist-Verbindung, die man erst bemerkt, wenn sie fehlt.
Kurz vorweg, weil das Thema heikel ist: Ich bin Buchhändlerin, keine Ärztin, keine Physiotherapeutin und keine spirituelle Lehrerin. Was hier steht, sind Beobachtungen aus eigener Praxis mit reichls Wirbelsäulentherapie und ein paar RaGarve-Hörkursen im Hintergrund — keine Diagnose, wie oben im Hinweis schon steht.
Zwei Auslöser, ein Rücken
Der körperliche Auslöser lässt sich einigermaßen leicht benennen: zu lange am Stück in derselben Haltung, zu wenig Ausgleich, die übliche Liste.
Unauffälliger ist der zweite Auslöser.
Er zeigt sich, wenn im Laden ein Kunde nach einem Buch zur aktuellen Weltlage fragt und ich merke, wie sich im unteren Rücken etwas zusammenzieht, obwohl ich die letzte halbe Stunde ruhig gestanden habe. Genau an diesem Punkt setzt reichls Wirbelsäulentherapie an, deren Grundprinzip einfach ist — kleine, regelmäßige Bewegung statt großer Dehnübungen —, aber das ist ein Thema für einen anderen Text.
Eine Freundin, die seit einer Weile einen Töpferkurs in Ottensen macht, beschreibt etwas Ähnliches: Ihre Schultern ziehen nicht vom Ton selbst, sondern von dem, was sie beim Formen gedanklich mit sich herumträgt. Am Fischmarkt in Altona, früh am Samstagmorgen, wenn die Stände gerade aufbauen und die Gänge noch leer sind, teste ich das für mich: Liegt die Enge im Rücken an der Bewegung gerade eben, oder war sie schon vorher da, bevor ich überhaupt losgelaufen bin?
Den Auslöser identifizieren
Ich arbeite dafür mit ein paar einfachen Fragen, kein Diagnoseschema, eher eine Faustregel. Verändert sich das Ziehen, wenn ich die Haltung wechsle oder eine Weile gehe? Dann ordne ich es eher dem Körperlichen zu. Bleibt es gleich, egal ob ich sitze, stehe oder liege, wird aber schlimmer, sobald ich innerlich unruhig bin — vor einem schwierigen Gespräch an der Theke, nach zu vielen Nachrichten am Stück —, dann ist es für mich eher das zweite. Und wenn beides gleichzeitig da ist, was öfter vorkommt, als mir lieb ist, behandle ich zuerst das Körperliche, weil sich das schneller beeinflussen lässt.
Wie stark der untere Rücken im Berufsalltag grundsätzlich überlastet wird, wie man langes Stehen an Kasse oder Verkaufstresen ausgleicht, oder was das Iliosakralgelenk in dem Ganzen für eine Rolle spielt — das sind eigene, technischere Themen, die ich hier nur benenne, ohne sie aufzudröseln.

Den Rücken als Signal lesen
Neulich bin ich aufgewacht und aus dem Bett gestiegen, ohne den ersten ziehenden Schritt, den ich seit 2022 kenne — der Anlaufschmerz war einfach nicht da, zum ersten Mal, dass mir das überhaupt bewusst aufgefallen ist. Es gab eine Phase davor, in der ich vor jeder Schicht Ibuprofen-Gel aus der Apotheke eingerieben habe. Das hat den Schmerz stumpf gemacht, aber nichts daran geändert, warum er kam — am nächsten Morgen war er ohnehin wieder da.
Ob man dabei eher auf klassische Physiotherapie oder auf einen Ansatz wie die Wirbelsäulentherapie setzt, eine kurze Morgenroutine von zehn Minuten einbaut oder gezielt an der Beweglichkeit der Brustwirbelsäule arbeitet, sind eigene Fragen, die an anderer Stelle ausführlicher drankommen.
Genauso bleibt es einem anderen Text vorbehalten, ob man eher die Rumpfmuskulatur stärkt, mit Faszientraining gegen alte Verspannungen angeht, die Angst vor Bewegung bei anhaltenden Schmerzen in den Griff bekommt oder über die Atmung durchs Zwerchfell arbeitet.

Globales Erwachen verändert den Umgang, nicht den Schmerz
Ich habe irgendwann angefangen, mich mit dem Globalen Erwachen zu beschäftigen, weniger aus spiritueller Neugier, mehr weil mich interessiert hat, warum der Rücken so zuverlässig anspringt, sobald draußen zu viel gleichzeitig passiert.
Im Globalen Erwachen geht es weniger um einzelne Übungen als um eine Art Filter für das, was man täglich ungefiltert an sich heranlässt. Wer tiefer in diese Verbindung zwischen Weltlage und Körper einsteigen will, findet mehr dazu unter warum globales Erwachen auch eine neue Heilung des menschlichen Körpers bedeutet.
Für den akuten Moment, wenn der Rücken gerade zieht und keine Zeit für lange Übungen bleibt, ist eher der Umgang mit Schmerz durch Erkenntnisse aus dem Kurs hilfreich, konkreter als das große Ganze.
Was am Ende bleibt, ist eine Faustregel, kein Heilsversprechen
Was ich von Globalen Erwachen für den Alltag mitnehme, ist eher eine Haltung als eine einzelne Übung: nicht jede Nachricht, jeden Kundenkommentar zur Weltlage, jede schlechte Laune eins zu eins in den Rücken wandern lassen. Für mich ist das ganzheitliche Heilung im Kleinen — nicht ein Kurs, der alles löst, sondern eine Gewohnheit, Körper und Kopf nicht getrennt zu behandeln.
Seit rund zwei Jahren übe ich das, mal diszipliniert, mal eher schlampig, und die Faustregel von oben — erst die Bewegung prüfen, dann den Kopf — hat sich für mich bewährt, ohne dass sie für jeden Rücken gelten muss. Wenn du eher auf körperliche Weite aus bist als auf die Weltlage im Kreuz, ist Phaenomen Leben vielleicht der bessere erste Schritt für dich.