
Draußen auf der Elbe schiebt sich ein Containerschiff so langsam vorbei, dass man meinen könnte, es stünde still. Hier in meiner Altonaer Küche ist es fast dunkel, nur das Licht der Dunstabzugshaube wirft einen gelben Schein auf die Dielen. Blasius, mein schwarzer Kater, hat sich bereits auf der Matte zusammengerollt, die ich heute Abend gar nicht mehr weggeräumt habe. Sie liegt dort, eingeklemmt zwischen dem wuchtigen Bücherregal und dem Küchentisch, mein kleiner quadratmetergroßer Rückzugsort.
Bevor ich zu meinem Füller greife, ein kurzer Hinweis: In diesen Notizen findest du einige Affiliate-Links. Wenn du über einen davon einen Kurs buchst, bekomme ich eine Provision — für dich kostet es keinen Cent mehr. Ich schreibe hier nur über Dinge, die ich selbst seit über zwei Jahren in meinem Leinen-Heft dokumentiere und am eigenen Leib ausprobiert habe. Meine ausführliche Offenlegung findest du unten verlinkt.
Es ist jetzt Mitte Juni 2026. Wenn ich in mein Heft zurückblättere, bis zum März vor zwei Jahren, sehe ich die ersten krakeligen Einträge. Damals war mein unterer Rücken ein ständiger, nörgelnder Begleiter. Neun Jahre Buchhandel hinterlassen Spuren. Neun Jahre, in denen ich jeden Tag schwere Kisten mit Neuerscheinungen aus dem Lager gewuchtet, Leitern erklettert und vier Tage die Woche neun Stunden an der Theke gestanden habe. Manchmal fühlte sich meine Lendenwirbelsäule an wie ein zu fest geschnürtes Paket, bei dem der Bindfaden tief ins Fleisch schneidet.
Der Moment, in dem das Stehen zur Last wurde
Ich erinnere mich an einen Dienstagabend im April, kurz nachdem ich mit der Wirbelsäulentherapie [Mein Einstieg] begonnen hatte. Ein langer Tag in der Buchhandlung in der Großen Elbstraße lag hinter mir. Die Kunden waren anspruchsvoll, die Remittenden-Stapel hoch, und mein Rücken fühlte sich an, als bestünde er nur noch aus einer einzigen, harten Platte. Physiotherapie hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon hinter mir gelassen; die Termine passten nie zu meinen Schichten, und das kurze Kneten half immer nur bis zur nächsten S-Bahn-Station.
Ich bin keine Expertin. Ich bin keine Heilpraktikerin und habe kein medizinisches Studium abgeschlossen — mein Germanistik-Studium habe ich mit 27 abgebrochen, um endlich zwischen echten Büchern zu arbeiten, statt nur darüber zu schreiben. Was ich aber weiß: Wenn 24 bewegliche Wirbel nicht mehr so wollen wie ich, dann hilft kein bloßes Abwarten. Ich merkte, dass die Standard-Tipps wie 'Schonen Sie sich' im Einzelhandel schlichtweg nicht funktionieren. Man kann sich nicht schonen, wenn die neue Lieferung vom Hanser-Verlag eintrifft.

Ein Blick über den Tellerrand: Wenn der Rücken zum Berufsrisiko wird
Letzte Woche kam eine Stammkundin vorbei, die ich seit Jahren kenne. Sie arbeitet in der stationären Altenpflege hier in Hamburg. Wir unterhielten uns über einen neuen Roman, aber eigentlich landeten wir schnell bei unseren Kreuzschmerzen. Sie erzählte mir, dass sie in ihren Schichten oft gar keine Wahl hat: Patienten müssen gehoben werden, Zeit für 'ergonomische Pausen' gibt es nicht. Für Menschen in der Pflege sind die üblichen Ratschläge zur Rückenschonung fast schon ein Hohn. Der permanente Hebedruck und die unregelmäßigen Dienste machen es physisch unmöglich, den Rücken im Alltag wirklich zu entlasten.
Ich erzählte ihr von meinem Leinen-Heft und den 50 Videos aus dem Einstiegskurs. Was mir an der Wirbelsäulentherapie so gefällt, ist die Ehrlichkeit. Es wird nicht behauptet, dass nach zehn Minuten alles weg ist. Aber es bietet einen Zugang, der auch dann funktioniert, wenn man nach einer Doppelschicht völlig erschöpft ist. Es geht um die Verbindung zwischen dem Kopf-Chaos und der physischen Blockade. Wer den ganzen Tag Verantwortung für andere trägt — ob nun für Patienten oder für einen reibungslosen Ladenablauf —, verlernt oft, die Signale der eigenen Mitte zu deuten.
Natürlich ersetzt so ein Kurs keinen Besuch beim Orthopäden. Gerade bei akuten Schmerzen sollte man immer erst zum Arzt gehen, bevor man die Matte ausrollt. Ich habe das damals auch gemacht, bevor ich mich an die Übungen wagte. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen, besonders wenn man Rückenschmerzen bei der Hausarbeit vermeiden will oder im Beruf schwer hebt.
Von blauen Flecken und dem Pulsieren im Kreuzbein
Es lief nicht immer glatt. In einer Woche im letzten November, als das Hamburger Schietwetter gegen die Scheiben peitschte, war ich besonders ehrgeizig. Ich versuchte, die Übungen im winzigen Altbau-Bad zu machen, weil es dort am wärmsten war. Das Ende vom Lied war ein ordentlicher blauer Fleck am Schienbein, weil ich mit Schwung gegen die scharfe Heizungskante stieß. Seitdem bleibe ich konsequent in der Küche, auch wenn Blasius meint, jede Übung durch ein gezieltes Schnurren in meine Kniekehlen kommentieren zu müssen.
Doch dann gab es diesen einen Sonntagabend, etwa drei Wochen nach dem Start. Ich lag auf meiner Matte, die Augen geschlossen, und lauschte der Stimme aus dem Modul. Plötzlich spürte ich es: ein tiefes, warmes Pulsieren im Kreuzbein. Es war das erste Mal seit 2022, dass es sich anfühlte, als gäbe es wieder echten Raum zwischen den Wirbeln. Kein Ziehen, kein Druck. Nur Weite. Es war ein Moment, in dem ich begriff, dass mein Rücken nicht mein Feind ist, sondern nur ein sehr erschöpfter Teil von mir, der nach Aufmerksamkeit verlangt.
Inzwischen habe ich alle 8 Module durchgearbeitet. Die Gesamtlaufzeit von rund 6 Stunden Videomaterial habe ich mir über Monate eingeteilt. Manchmal habe ich eine Woche komplett übersprungen, weil das Leben dazwischenkam oder die Buchhandlung mich am Abend einfach nur noch ins Bett fallen ließ. Aber das Leinen-Heft erinnert mich jeden Sonntag daran, wieder einzusteigen.

Warum die Wirbelsäulentherapie anders ist
Im Buchhandel lernt man schnell, Texte zu durchschauen, die zu viel versprechen. Wenn ein Klappentext von 'totaler Heilung in drei Tagen' spricht, stelle ich den Band meistens ganz weit nach hinten ins Regal. Die Wirbelsäulentherapie nach RaGarve fühlt sich eher an wie ein guter, alter Roman mit einer klugen Erzählerin: Sie nimmt dich an die Hand, lässt dir aber den Raum, deine eigenen Erfahrungen zu machen. Es ist eine Arbeit an der Wirbelsäule, die tiefer geht als bloßes Muskeltraining.
Besonders nach den Pfingstfeiertagen, als der Laden wegen der Touristenströme aus allen Nähten platzte, merkte ich den Unterschied. Früher wäre ich am Abend nur noch steif wie ein Brett gewesen. Heute kenne ich die kleinen Handgriffe und inneren Ausrichtungen, die mir helfen, die steife Wirbelsäule nach einem langen Arbeitstag wieder zu lockern. Es sind oft nur zehn Minuten am Morgen, bevor ich das erste Buch in die Hand nehme.
Ich habe auch angefangen, sonntags ab und zu in Phaenomen Leben [Weite] reinzuhören. Es ist kein Kurs mit Übungen im klassischen Sinn, eher etwas fürs Gemüt, während ich die Elbe beobachte. Es hilft mir, die Anspannung der Woche nicht mit in den Montag zu nehmen. Wer viel mit Menschen arbeitet, weiß, wie sehr sich deren Stress in den eigenen Schultern festsetzen kann.
Das raue Leinen und die Stille am Abend
Wenn ich jetzt hier sitze und das raue Leinen meines Sonntagstagebuchs unter den Fingerspitzen spüre, fühle ich mich versöhnt. Blasius' Fell kitzelt meine Waden, während er im Traum mit den Pfoten zuckt. Mein Rücken zieht heute kaum noch. Es ist ein leises Echo dessen, was vor zwei Jahren ein lauter Schrei war. Ich habe gelernt, dass chronische Rückenschmerzen lindern kein Ziel ist, das man einmal erreicht und dann abhakt. Es ist ein Rhythmus, genau wie das Sortieren der Bücher im Lager.
Für alle, die in Berufen arbeiten, die keine Gnade mit dem Körper kennen — ob in der Pflege, im Handel oder im Handwerk —: Es lohnt sich, nach Wegen zu suchen, die über das Übliche hinausgehen. Man muss keine Yogini werden und kein spirituelles Leben führen, um sich wieder wohl in der eigenen Haut zu fühlen. Eine Matte zwischen Bücherregal und Küchentisch reicht völlig aus.

Ich bin keine Ärztin, und ich habe keine Heilsversprechen im Gepäck. Aber wenn du spürst, dass die herkömmlichen Wege für dich nicht ausreichen, könnte ein Blick in die Wirbelsäulentherapie vielleicht der Anfang einer neuen Geschichte für deinen Rücken sein. Schau dir an, was für dich passt, und geh es langsam an. Vielleicht fängst du auch mit einem Heft an, um deine eigenen Fortschritte festzuhalten. Es hilft, ehrlich zu sich selbst zu sein — auch an den Tagen, an denen die Matte eingerollt bleibt.
Morgen früh werde ich wieder in der Buchhandlung stehen, die Stapel im Lager sichten und die alte Waagenwippe in der Auslage neu dekorieren. Aber ich werde es mit einem Rücken tun, der weiß, dass er heute Abend wieder weich werden darf. Falls du dich fragst, ob das auch bei dir funktionieren kann: Probier es aus, aber hör immer auf deinen eigenen Körper und warum die Übungen für zuhause bei mir endlich funktionieren, liegt vor allem an der Regelmäßigkeit, nicht an der Perfektion.
Gute Nacht aus Altona.