
Draußen peitscht der Novemberregen gegen die Fensterscheiben meiner Altonaer Wohnung, und drinnen zieht es mal wieder im unteren Rücken — dieser vertraute, dumpfe Schmerz, der mich seit 2022 begleitet. Blasius, mein schwarzer Kater, pfötelt ungeduldig an meinem Leinen-Heft, während ich versuche, die Woche Revue passieren zu lassen. Es ist Sonntagabend, die Elbe ist nur ein dunkler Streifen am Horizont, und ich merke, dass die rein körperlichen Übungen diesmal nicht ausreichen, um die Spannung zu lösen.
Bevor ich tiefer in meine Notizen eintauche: Ein kleiner Hinweis. Einige Links hier sind Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es dich einen Cent mehr kostet. Ich schreibe hier nur über Dinge wie die Wirbelsäulentherapie, die ich selbst auf meiner Matte zwischen Bücherregal und Küchentisch durchlebe. Meine vollständige Offenlegung findest du im Impressum.
Die Last der Geschichten und die Statik der Seele
In der Buchhandlung in der Großen Elbstraße stapeln sich gerade die Neuerscheinungen für das Weihnachtsgeschäft. Ich stehe vier Tage die Woche neun Stunden an der Theke, klettere auf Leitern und wuchte Kartons vom Hanser-Verlag ins Lager. Aber es ist nicht nur das physische Gewicht der Bücher. Manchmal habe ich das Gefühl, ich trage auch die Geschichten der Menschen mit nach Hause. Die Stammkundin, die jeden Donnerstag nach einem Doppelgänger-Roman sucht, oder der ältere Herr mit dem Rollator, der mir von seiner Einsamkeit erzählt.
Ich habe damals mein Germanistik-Studium nach sechs Semestern abgebrochen, weil mir die Theorie zu trocken wurde. Ich wollte das echte Leben, das haptische Papier. Doch heute, mit 36, spüre ich, dass meine Wirbelsäule mehr ist als nur ein Stapel Wirbelkörper. Sie ist die Achse, an der meine ganze Haltung zur Welt hängt. Wenn die Welt da draußen Kopf steht, versucht mein unterer Rücken, das alles auszubalancieren. Ich dachte oft: Ich kann fünfhundert Taschenbücher am Tag einsortieren, aber ich schaffe es nicht, das Gewicht meiner eigenen Gedanken über die Zukunft zu tragen, ohne dass meine Wirbelsäule protestiert.

Globales Erwachen auf dem Küchenboden
Mitte Januar, als die Tage in Hamburg besonders grau und still waren, bin ich auf den Kurs Globales Erwachen gestoßen. Er ist mit insgesamt 17 Stunden deutlich kürzer als die anderen Mammut-Projekte von RaGarve, was mir sehr entgegenkam. Mit seinen 32 Videos wirkte er machbar, fast wie eine kleine Novelle im Vergleich zu einem Wälzer wie der verborgenen Weltgeschichte.
Es gab einen Abend, da wollte ich unbedingt das Modul über die globalen Verschiebungen schauen. Mein unterer Rücken pochte so intensiv, dass ich nicht mehr auf dem Stuhl sitzen konnte. Der Geruch von altem Papier an meinen Fingern vermischt sich in solchen Momenten oft mit dem Dampf meines Pfefferminztees, während das Blaulicht des Laptops die dunkle Küche erhellt. Ich lag schließlich flach auf dem Dielenboden, die Beine hochgelegt, und konnte kaum den Bildschirm sehen. In dieser Position, fast wie ein Käfer auf dem Rücken, hörte ich die Worte über die innere Aufrichtigkeit inmitten des äußeren Chaos.
Dabei wurde mir klar: Mein Rücken ist deshalb so fest, weil ich unbewusst versuche, gegen die schnellen Veränderungen in der Welt Widerstand zu leisten. Ich mache mich steif, statt mitzugehen. Es ist ein spirituelles Thema: Wie bleibt man aufrecht, ohne starr zu werden? Wer ähnliche Probleme hat, sollte vielleicht mal schauen, ob Schmerzen zwischen den Schulterblättern nicht auch von einer inneren Last kommen, die man sich ungefragt aufgeladen hat.
Wenn Aufrichtigkeit zur Belastung wird: Die Perspektive der Pflege
Ein Punkt, der in vielen spirituellen Ratgebern zu kurz kommt, ist die Realität von Menschen, die keine Zeit für stundenlange Meditation haben. Ich denke dabei oft an meine Freundin, die neben ihrem Job noch ihre Mutter pflegt. Für sie ist der Rat, "einfach mal loszulassen", fast schon zynisch. Die spirituelle Arbeit an der Wirbelsäule setzt eine Ruhe voraus, die man bei einer 24-Stunden-Betreuung schlicht nicht hat. Der Schlafmangel und der ständige Zeitdruck fressen die Kapazitäten für tiefe Selbstreflexion auf.
In solchen Wochen schaffe ich es selbst kaum, die Matte auszurollen. Dann liegt sie zusammengeklappt in der Ecke, und Blasius nutzt sie als Kratzbaum. Ich habe gelernt, dass es okay ist. Spirituelles Erwachen bedeutet auch, die eigenen Grenzen anzuerkennen. Wenn die morgendliche Steifheit im Rücken so stark ist, dass man kaum die Socken anziehen kann, dann ist das erst einmal ein körperliches Signal, das man ernst nehmen muss. Ich bin keine Ärztin, und wenn der Schmerz chronisch wird, ist der Gang zum Orthopäden wichtiger als jedes Video-Modul. Die Übungen sind Werkzeuge, kein Ersatz für medizinische Abklärung.

Ein Prickeln im März: Ein neues Gefühl von Freiheit
Nach etwa vier Wochen, in denen ich mich regelmäßig mit den Inhalten von Globales Erwachen beschäftigt habe — oft nur zehn Minuten am Morgen oder spät am Sonntagabend —, passierte etwas Seltsames. Während eines Segments über aktuelle Zeitereignisse hielt ich unbewusst die Luft an. Als ich es bemerkte und tief ausatmete, spürte ich ein plötzliches, kribbelndes Wärmegefühl, das vom Steißbein bis zum Nacken hochzog. Es war, als würde eine Blockade, die gar nichts mit meinen Wirbeln zu tun hatte, einfach wegschmelzen.
Anfang März, als das erste richtige Licht auf die Elbe zurückkehrte und die Kräne im Hafen wieder in der Sonne glänzten, notierte ich in mein Leinen-Heft: "Mein Rücken fühlt sich leichter an." Nicht, weil die Arbeit in der Buchhandlung weniger geworden wäre oder die Welt da draußen friedlicher. Sondern weil sich meine Perspektive auf das "Aufrecht-Stehen" verschoben hat. Man muss nicht alles tragen können. Manchmal reicht es, sich wie ein Buch im Regal einfach mal anzulehnen.
Falls du auch das Gefühl hast, dass dein Rücken eine Geschichte erzählt, die du noch nicht ganz verstehst, kann ich dir den Kurs Globales Erwachen ans Herz legen. Er ist ein guter Einstieg, um die Verbindung zwischen dem eigenen Körper und dem großen Ganzen zu spüren, ohne sich direkt in 50 Stunden Material zu verlieren. Und falls du lieber erst mal bei den Füßen anfangen willst, schau dir meine Notizen zur Fußgymnastik gegen Rückenschmerzen an — denn wer sicher steht, kann auch besser loslassen. Ich klappe jetzt mein Heft zu, Blasius schläft schon, und morgen wartet wieder der Bücherwagen auf mich.