Wie das Phänomen Leben die Sicht auf körperliche Heilung grundlegend verändert

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Ein Kinesiologie-Tape hält genau dort, wo man es hinklebt. Ein verändertes Bild vom eigenen Rücken hält an, egal wo man gerade steht oder läuft. Genau um diesen Unterschied geht es hier: warum der Audiokurs Phänomen Leben meine Vorstellung von Rückengesundheit stärker verschoben hat als jede einzelne Übung, die vorher an mir geklebt oder gezogen hat.

Bevor es weitergeht, kurz der Pflichthinweis: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Bucht jemand darüber einen Kurs, bekomme ich eine Provision, der Preis bleibt für dich gleich. Ich schreibe nur über Kurse, die wirklich auf meiner Matte oder in meinen Ohren gelandet sind, und ich bin Buchhändlerin, keine Ärztin oder Physiotherapeutin. Bei echten Rückenproblemen gehört der erste Anruf einer Orthopädin oder einem Hausarzt, nicht einem Onlinekurs.

Neun Jahre stehe ich inzwischen in der kleinen Literaturbuchhandlung in der Großen Elbstraße, vier Tage die Woche, jeweils neun Stunden zwischen Theke, Leiter und Auslage. Kisten vom Hanser- oder Diogenes-Verlag wiegen nicht viel auf dem Papier, aber nach der zehnten am selben Nachmittag zieht der untere Rücken zuverlässig mit. Dass ausgerechnet der Alltag im Verkauf diese Stelle so beansprucht, ist eigentlich kein Geheimnis – stundenlanges Stehen, Bücken und Tragen summiert sich anders, als man am Anfang eines Arbeitstags denkt.

Warum ein Tape nichts verschoben hat, aber ein Perspektivwechsel schon

An einem Mittwoch im Lager, lange bevor ich von Wirbelsäulentherapie oder Phänomen Leben überhaupt gehört hatte, klebte ich mir ein Kinesiologie-Tape quer über das Kreuz, weil ich es in einem der Ratgeber aus dem Laden aufgeschnappt hatte. Es hielt drei Tage, war unter dem Pullover so sichtbar wie ein zweiter Reißverschluss und veränderte am Ziehen selbst genau nichts. Ronja Stüber, die in Restaurants notorisch zu laut lacht und sich dafür bei niemandem entschuldigt, hat mir kurz danach von einem Kurs erzählt, den sie wegen ihrer eigenen Hüfte ausprobiert hatte. Skeptisch war ich trotzdem, aber ich fing mit den Übungen aus der Wirbelsäulentherapie an, weil eine Empfehlung von Ronja mehr wiegt als jede Werbeanzeige.

Buchhandel-Alltag: Hände sortieren schwere Bücher ins Regal, eine typische Belastung für die Rückengesundheit

Das Grundprinzip dieser Wirbelsäulentherapie erkläre ich hier nicht im Detail, das gehört einem anderen Text von mir, aber es hat mir überhaupt erst eine Basis gegeben, auf der ich stehen konnte, bevor Phänomen Leben dazukam. Meine Morgenroutine dauert selten länger als zehn Minuten, mehr Platz habe ich zwischen Bücherregal und Küchentisch ohnehin nicht, und manche Morgen fällt sie ganz aus, weil Blasius die Matte schon besetzt hält. Diese kurze Zeit hat trotzdem gereicht, um zu merken, wo der Unterschied zwischen einer Übung und einem Gedanken überhaupt liegt.

Reparieren oder Raum geben: zwei Wege zur Rückengesundheit

Phänomen Leben höre ich am liebsten auf längeren Runden durch den Volkspark Altona am Waldrand, wo das Kopfhörerkabel unter der Jacke wenigstens nicht im Wind flattert. Anders als die Wirbelsäulentherapie gibt Phänomen Leben keine einzige Anleitung für den Körper, keine Haltung, kein Wiederholen von Bewegungen. Es geht eher darum, wie ich den Raum um mich herum wahrnehme, während die Bäume am Wegrand vorbeiziehen und die Beine von selbst den nächsten Schritt finden.

Lange dachte ich, "richtig stehen" bedeutet, den Rücken in eine bestimmte Form zu zwingen, und genau das hat ihn zusätzlich verspannt. Faszientraining ist ein eigenes Thema, das ich hier nicht vertiefen will, aber der Gedanke dahinter deckt sich ziemlich genau mit dem, was Phänomen Leben in Worte packt. Der Unterschied klingt klein, ist es aber nicht: Reparieren heißt, etwas an mir soll sich ändern. Raum geben heißt, ich muss nicht mehr die ganze Zeit gegen mich selbst ankämpfen.

Wie erkenne ich Achtsamkeit an der Kasse?

Ein einfaches Kriterium hilft mir seitdem an der Kasse: Sobald ich merke, dass ich die Luft anhalte, ohne es zu wollen, ist das öfter ein Zeichen für die Enge im Kopf als für ein Problem im Rücken selbst. Wenn die Schlange länger wird und sich innerlich alles zusammenzieht, hilft mir eher Was tun gegen Frust bei chronischen Rückenschmerzen im Alltag als eine weitere Dehnübung zwischen zwei Kundinnen. Es hat mit einer Art Propriozeption zu tun, die man eher übt als versteht, und die sich schwer in eine Checkliste packen lässt. Wenn du selbst lange stehst oder sitzt, kennst du dieses Ziehen wahrscheinlich auch, auch ohne dass es bisher einen Namen hatte.

Achtsamer Spaziergang als Ausgleich zum stehenden Buchhandel-Alltag in Hamburg-Altona

Zwölf Stunden zuhören, ohne aufs schnelle Ergebnis zu warten

Gut zwölf Stunden Audiomaterial sind nicht wenig für einen Kurs ohne einzige Bewegungsanleitung, und wer das an einem Wochenende durchziehen will, hört wahrscheinlich nur noch Wörter, keine Bedeutung mehr. Bei mir hat sich das über viele einzelne Spaziergänge verteilt, mal ein Abschnitt auf dem Hinweg, mal keiner, weil das Handy leer war oder die Kopfhörer im falschen Rucksack lagen. So wie ich bei warum die Wirbelsäulentherapie Übungen für zuhause bei mir endlich funktionieren beschrieben habe, hat sich auch bei Phänomen Leben nichts über Nacht verschoben, sondern erst nach vielen kleinen Wiederholungen.

Solveig Torp, die jeden zweiten Donnerstag in den Laden kommt, steht selbst neun Stunden am Tag als Kassiererin, und wir tauschen beim Kassieren inzwischen öfter ein paar Sätze über den unteren Rücken aus als über neue Krimis. Für Menschen, die im Stehen arbeiten, gibt es eigene Ausgleichsübungen, die ich hier nicht durchgehe, weil das ein anderer Text ist – aber allein zu wissen, dass die eigene Belastung einen Namen hat, nimmt schon etwas von der Hilflosigkeit.

Schwarzer Kater neben Notizheft und Teetasse, ein ruhiger Moment mit Blick auf Rückengesundheit im Alltag

Neulich saß ich am Sonntagabend auf dem Küchenstuhl, blickte durchs Fenster auf die Elbe, die bei klarem Wetter als schmaler heller Streifen hinter den Dächern schimmert, und mein Kreuz war nicht in die schiefe Haltung gerutscht, die nach einer solchen Woche sonst fast automatisch kommt. Kein Ziehen, keine schiefe Sitzhaltung, einfach ein Rücken, der sich nicht meldete. Diese Art von Verschiebung lässt sich schwer an einer einzelnen Übung festmachen; wenn ich zurückverfolge, woher sie kommt, lande ich meistens bei Phänomen Leben, nicht bei einer bestimmten Bewegung.

Der Buchhandel-Alltag danach

Morgen früh schließe ich wieder auf, rolle den ersten Bücherwagen ins Lager und werde vermutlich nicht großartig anders heben als sonst. Was bleibt, ist eher eine Reihenfolge im Kopf: erst prüfen, ob die Enge im Denken sitzt oder wirklich im Gewebe, dann entscheiden, ob ich Wirbelsäulentherapie brauche oder einfach zehn Minuten Zuhören auf dem Nachhauseweg. Diese Reihenfolge ist das eigentlich Nützliche daran, mehr als jede einzelne Übung für sich.

Blasius schläft inzwischen quer über dem Leinenheft und lässt sich davon nicht stören, dass ich um ihn herum schreibe.

Vielleicht ist das die kürzeste Zusammenfassung: Kleben hilft dem Stoff, nicht dem Kopf, und der Kopf ist es, der am Ende entscheidet, wie schwer sich eine Kiste wirklich anfühlt.

Bitte beachten: Hier auf der Seite teile ich, was ich selbst durchgemacht habe -- kein medizinischer, finanzieller oder rechtlicher Ratschlag. Was bei mir funktioniert hat, muss bei dir nicht funktionieren. Sprich mit deinem Arzt, Steuerberater oder Anwalt, bevor du Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.

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